Chet Baker sings (for me on Nikolaus-Day … :-) …)

6 Dez

Der Nikolaus hat es gut mit mir gemeint und mir eine CD gebracht:

Chet Baker „The best of Chet Baker sings“

Muss ich aber brav gewesen sein, dass ich so unglaublich schöne Musik geschenkt bekommen habe!     🙂

Gemachte Armut

4 Dez

Die Dokumentation von Lourdes Picareta wurde auf arte gezeigt und sollte so viele Menschen wie möglich erreichen.

Die Beschreibung und Analyse der Situation in Deutschland, Frankreich und Spanien  der „gemachten Armut“ ist klar und für jeden verständlich.

Wiederholung am 9. Dezember 2012

Schamgefühl

11 Aug

Offenbar fühlen sich immer mehr Menschen in ihrer anonymisierten Umwelt veranlasst um Aufmerksamkeit zu buhlen.

Wie sonst ist zu erklären, dass Anblicke, die in den Bereich der Privat- oder auch Intimsphäre gehören, in die Öffentlichkeit verlagert werden und zwar mit möglichst viel Publikum.

Längst gehört es zum Straßenbild, dass man unfreiwillig mit nackten Körperteilen fremder Menschen konfrontiert wird.  Damit meine ich natürlich an Orten, wo ich normalerweise nicht damit rechne.  Durch Fußgängerzonen schlendernd präsentieren  bückende Mitmenschen beiderlei Geschlechts  mehr oder weniger üppige Pobacken,  die gerne auch einmal mit einem Bändchen verziert sind , welches sich wahrscheinlich einem sogenannten Stringtanga zuordnen lässt.  Natürlich denke ich nicht darüber nach, dass es doch erstaunlich ist, in welch  immensen Größen diese „Reizwäsche“ offenbar hergestellt und erhältlich ist.

Gibt es in deren sozialem Umfeld keine wohlmeinenden Freunde, die darauf hinweisen, dass es auch Kleidung in der erforderlichen Größe gibt?

Verblüfft hat mich noch mehr, als ich – in den letzten Monaten mehrmals – in Restaurants bzw. Cafés Zeuge folgenden Vorgangs an einem der Nebentische werde durfte:  Mensch (in diesen Fällen waren es Männer), holt ein kleines Mäppchen hervor, öffnet  dasselbe und entnimmt einen Gegenstand. Dann klappt er die Oberbekleidung (Shirt, Pulli, Hemd) nach oben, der nackte Bauch wird sichtbar und es wird eine Dosis Medikament (ich vermute Insulin) mittels Einstich verabreicht.  Pulli o.ä. wird wieder nach unten geklappt und seelenruhig weitergegessen. Nicht, ohne vorher einen prüfenden Blick in die Runde geworfen zu haben, ob die Vorführung denn auch genügend Beobachter gefunden hatte.

Wenn ich möchte, dass mir jemand seinen nackten Hintern oder auch Bauch  entgegenstreckt,  weiß ich um Orte und Möglichkeiten … aber es ist einfach hinterhältig, egoistisch und geschmacklos damit unvorbereitet konfrontiert zu werden und gar nicht schnell genug weggucken zu können, um sich den Anblick zu ersparen. Es ist nicht immer von Vorteil, eine rasche – nicht nur optische Wahrnehmung – zu haben … stelle ich wieder einmal fest. Aber sicher wird das im Alter – in meinem Alter – besser. Alle Sinne werden nachlassen … auch die Augen. Und wenn sich der Trend zur öffentlichen Zurschaustellung bei eher unappetitlichen Aktionen weiter fortsetzt, freue mich mich fast auf meine schwächer werdenden Augen … (lässt der Geruchssinn auch nach? … hoffentlich … sonst muss ich entweder das Bus- und Bahnfahren einstellen oder stets eine Wäscheklammer mit mir führen) … 😉

 

Laienhafte Ahnungslosigkeiten zu Beobachtungen während der Fußball-EM 2012

18 Jun

Sollte ich eine Bezeichnung für mich und meine Beziehung zu Fußball finden, so würde ich mich „Fußball-Teilzeit-Faszinierte“ nennen.

Mir alle Bundesligaspiele während der Saison anzuschauen, käme mir nicht in den Sinn.

Länderspiele hingegen oder Meisterschaftsspiele ziehen mich seit einigen Jahrzehnten in ihren Bann.

Was ich – als Ahnungslose, was Fußballhistorie betrifft – erwarte von einem solchen Spiel ist, dass ich unterhalten werde. Durch sportliche Leistungen  gepaart mit taktischer Raffinesse, Können am und mit dem Ball, Ideenreichtum in der Ausführung,  die Kombination von Teamgeist mit individueller Genialität derer, die dazu die Fähigkeit besitzen.

Und ich erwarte ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung zu Bezahlung.

Ja, natürlich. Da spätestens fangen meine Erwartungen an blauäugig zu werden.

Ich war immer der Meinung, dass Menschen, die sich in ihrem Berufsleben mit nichts anderem beschäftigen dürfen, als mit dem Fußball, an eben diesem ihrem Handwerkszeug eine grundsolide Ausbildung und im Idealfall sogar mehr als Geschicklichkeit entwickeln. Dafür werden die Spieler teilweise mit Gehältern bedacht, dass jemand wie ich sich fragt, ob die Relation gerechtfertigt ist. Besser fange ich gar nicht erst an darüber nachzudenken, was ein Neurochirurg z.B. für die Rettung eines Körperteils oder sogar eines Lebens bekommt. Zurück zum Thema.

Bei Länderspielen, wie jetzt auch bei der laufenden Europameisterschaft,  sehe ich z.B. bei der deutschen Mannschaft Herrn Özil als Teil des Teams und denke voller Vergnügen an die vergangene Weltmeisterschaft, als er brillant, leichtfüßig und geschickt sich in Szene zu setzen wußte.

Belohnt wurde diese Leistung während der WM durch einen millionenschweren Vertrag bei einem Prestige-Verein in Spanien.

Sehe ich ihn bei der Europameisterschaft (ich betone: ich, als Fußball-Laie, der aber durchaus erkennt, ob jemand sich einbringt mit den ihm zur Verfügung stehenden sportlichen Möglichkeiten), dann kommt mir unweigerlich der Gedanke: hat er Befürchtungen, sich während eines Spieles mit der deutschen Nationalmannschaft Schaden zuzufügen und daraufhin für den spanischen Verein, der ihn ja fürstlich honoriert und daher wohl auch einen entsprechenden Gegenwert in unverletzter sportlicher Leistung von ihm erwartet, enttäuschen zu können? In Ungnade zu fallen beim spanischen Publikum?

Darüber kann ich – wie viele im Gegensatz zu mir kompetente Zuschauer – nur spekulieren.

Teil der deutschen Fußballnationalmannschaft zu sein heißt auch, sich zu engagieren und Leistung während des  Spiels zu zeigen. Sich einzubringen entsprechend der eigenen Fähigkeiten? Gebietet das nicht schon allein der Teamgedanke?

Was werde ich als Zuschauer sehen, wenn Deutschland gegen Spanien spielen sollte? Was macht der Fußballer dann, wenn „ach, zwei Herzen in seiner Brust schlagen“? Das eine Herz, welches auf die Gehaltsabrechnungen schaut und das andere, welches ins Trikot der deutschen Nationalmannschaft gekleidet ist.

Nicht zu vergessen die Zeit, wenn die Leistung keine Hoch-Leistung mehr sein wird und kein internationaler Verein Millionen mehr bieten wird.  Rückkehr zu einem deutschen Bundesliga-Verein wird dann vielleicht eine Option sein.

Das alles wollte ich nur einmal geschrieben habe  … 🙂

Noch etwas: Wunderbar, dass Herr Podolski bei seinem 100. Länderspiel sich und uns mit einem Tor beschenkte. Danke dafür!

Chumpol – Elefantenkuh starb im Kölner Zoo

4 Mai

Entsetzlich … der Tod des Elefanten in Gefangenschaft nach Misshandlungen und Gewalteinwirkungen.

Wie in der Presse zu lesen, soll die Elefantenkuh schon länger von den Herdenmitgliedern angegangen worden sein, weil sie sich – angeblich – nicht der Rangordnung fügen wollte.

Wenn dem so war: warum wurde nicht von den Verantwortlichen des Kölner Zoos eingegriffen? In der Freiheit hätte sich das Tier solchen vergeblichen Rangkämpfen entziehen können, indem es das Weite sucht. Hier war das nicht möglich. Zwar verfügt der Kölner Zoo über ein – weltweit hochgelobtes – Elefantengehege, jedoch lebt die Herde auf begrenztem Raum zusammen. Wohin also hätte sich Chumpol zurückziehen können und sollen?

Die beschriebenen Verletzungen, welche das Tier erlitten hat, sollen alle in einer Nacht geschehen sein? Warum wurde das nicht bemerkt? Warum wurde nicht eingegriffen?

Bei Tieren, die aufgrund geringerer Körpergröße und geringeren Körpergewichtes leichter zu handhaben sind, werden Artgenossen, die nicht miteinander auskommen, getrennt. Mit großem „moralischem“ Engagement werden Tierkinder beispielsweise von ihren Müttern entfernt, wenn diese Mutter sich agressiv oder desinteressiert zeigt.

Wie ist es um die Fürsorgepflicht der Verantwortlichen im Kölner Zoo bestellt, wenn seit langer Zeit eine Eingliederung Chumpols in die Herde nicht möglich war, weil die Elefantenkuh sich nicht unterordnen wollte und konnte?

Strawinsky’s „Le sacre du printemps“ mit 250 Kindern und den Berliner Philharmonikern – 2003

29 Apr

Wiederholte Faszination gleicher Intensität? Und dann auch noch erlebt mit einem Fernsehbeitrag? Unmöglich? Mitnichten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich mit großer Begeisterung die preisgekrönte Musikdokumentation im Fernsehen verfolgt.

„Im Januar 2003.  In der Arena der Berliner Omnibus-Remise jubeln die Zuschauer über das Education-Projekt von Chefdirigent Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern: 250 Kinder und Jugendliche aus 25 Nationen tanzen Strawinskys „Le sacre du printemps“. Drei Monate beobachteten die Filmemacher drei der Schüler bei ihren Proben bis zu ihrem großen Auftritt.“

Zugegebenermaßen habe ich mich mit Strawinsky immer ein wenig schwer getan (andere klassische Komponisten schmiegen sicher leichter in meine Gehörgänge … 🙂 …).  Nachdem ich heute eine Wiederholung dieses musikalischen Experimentes – dieses gelungenen musikalischen Experimentes! – erlebt habe, weiß ich auch jetzt noch nicht, ob es die unglaubliche Präsenz und Genialität von Sir Simon Rattle ist, die mir den Zugang zu „Le sacre du printemps“ plötzlich so leicht macht, oder das mitreißende, sich stetig steigernde  Engagement und Interesse der porträtierten Schüler.

Wieder habe ich mich dabei erwischt, dass ich beim Zuhören das Atmen vergaß … mehr kann Musik wohl kaum fesseln… 🙂

Klaus Hoffmann … Konzertübertragung 3sat am 14.4.2012

15 Apr

Eigentlich wollte ich – bedingt durch Frühjahrsmüdigkeitsattacken – schlafen gehen. Aber dann dachte ich mir: ach, schau mal, was 3sat und arte zu bieten haben an einem Samstagabend. Die anderen TV-Sender gilt es getrost zu vernachlässigen, da die dortigen „Unterhaltungsangebote“ nicht einmal ansatzweise zu meiner Unterhaltung – zu einer Informationsvermehrung erst recht nicht  – beitragen.

Und dann passierte es: Ich sah in das Gesicht des jungen Ludwig van Beethoven! Er stand auf einer dunklen Bühne, eine Gitarre in der Hand. Beim zweiten Blick erkannte ich Klaus Hoffmann, den von mir so geschätzten und für sein Konzert mit Jaques Brel-Interpretationen verehrten  Künstler.

Da ich in Beethovens Geburtsstadt lebe (und dieselbe liebe), kann ich mir ein Urteil über die frappierende Ähnlichkeit Klaus‘ mit Ludwig erlauben. Schließlich begegnet mir van Beethovens Konterfei auf Schritt und Tritt täglich und in allen möglichen Auführungen: aus Beton gegossen, aus Stein gemeißelt, in Miniatur aus Metall gegossen, in Marzipan zum Abbeißen usw. usw. … 🙂

Damit das unmissverständlich klar ist: diese äußere Ähnlichkeit würde ich an Klaus Hoffmanns Stelle durchaus als Kompliment sehen.

Er umgab sich bei diesem Konzert (es handelte  sich um ein Konzert aus Anlass seines 60. Geburtstages aus dem Jahre 2011, aufgezeichnet am 27.3.2011 in Berlin) mit Freunden.  Die da waren:  Herman van Veen mit Edith Leerkes, Hannes Wader, Reinhard Mey, Lydie Auvray, Romy Haag, der Jazzmusiker Rolf Kühn und Caroline von Brünken.

Und so hatte ich letzte Nacht ein Déjà-vu und fand mich erinnerungsmäßig, um einige Jahre jünger,  in verschiedene Konzerte versetzt, die ich live miterlebt hatte: Herman van Veen … Hannes Vader … Reinhard Mey … und natürlich Klaus Hoffmann. Hatte ich noch Minuten zuvor   die altmännerhaften Sentimentalitätsbekundungen Hoffmanns  – mit missbilligendem Stirnrunzeln gepaart mit einem verständnisvollem und wohlwollenden Lächeln – wahr genommen, fand ich mich selbst seufzend schwelgend in Erinnerungen wieder! Wie war das noch: wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen? … 🙂

Aber nicht genug! Längst nicht genug! Als eine der Zugaben erklang – „Schenk mir diese Nacht“ (Mey und Hoffmann) – hatte ich die erste Ganzkörpergänsehaut meines Lebens. Bestimmt altersbedingt! … 😉

Ich verkneife mir aus den bekannten urheberrechtlichen Gründen jetzt und hier das Verweisen auf einen link. Aber ich bin sicher: jeder weiß, wo und wie er „Schenk mir diese Nacht“ oder einen Mitschnitt des Konzertes (zum Abgleich meiner behaupteten Ähnlichkeit zwischen dem großen, alten, toten Komponisten und dem großen, (gottseidank) lebenden Komponisten, Dichter und Schauspieler Hoffmann, finden kann!

Die Langspielplatten von Klaus Hoffmann habe ich heute wieder einmal hervorgeholt und bin dankbar für die, wenn auch zufällige, Begegnung gestern Nacht. Völlig unsentimental selbstverständlich … 😉

Noch eine Empfehlung: Klaus Hoffmann in „Die neuen Leiden des jungen W.“ … schon ein paar Jahre her, aber immer noch tief beeindruckend und sehenswert.