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Erkenntnisfähigkeit

25 Sep

Zugegeben:

Mein Bemühen – zumindest in gewissen Bereichen – auf dem Laufenden zu bleiben, ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Insofern gehen so einige  Entwicklungen, Meinungen, Trends … schlicht an mir vorbei.

Als ich allerdings letzte Woche folgende Formulierung im Radio hörte, kann ich das unmöglich unkommentiert lassen.

Die Moderation behauptete: „Klug ist das neue sexy.“

Als ob es das nicht schon immer gewesen wäre!

🙂

Schwedische Ankündigung … Ikea-Katalog … ??? Im Möbelhaus? … von wegen!

28 Aug

Zugegeben: ich bin heimlicher und unheimlicher Fan von Ikea.

Ich besuche gerne und so oft es geht das Möbelhaus in meiner Nähe. Und nur äußerst selten verlasse ich es nur nach einem Frühstück, sondern meist mit irgendeiner völlig überflüssigen, aber mich magisch in den Konsumfanatismus  treibenden, Kleinigkeit.

Beispiele gefällig? Gerne doch: Servietten … Tasse … Glas … Untersetzer … Tischläufer … reduzierte Stoffmeterware (wie könnte ich auch einem Preis von 2,00 Euro  pro Meter widerstehen? Irgendwann wird der Stoff – wie auch die in den Jahren zuvor erstandenen seiner Art, aber mit jeweils diversen Designs selbstverständlich, zu Vorhängen, Tischdecken, neuen Bezügen meiner Sofakissen usw.usw.usw. mutieren) … Übertopf … Salatschüssel … und so manches mehr.

Es ist also leicht zu vermuten, dass ich mich  jedes Jahr  auf den neuen Katalog freue. Also schaue ich auf der Ikea-inet-Seite nach und was lese ich gestern? Ja, genau: die Aufforderung zum Besuch im Ikea-Möbelhaus, um den neuen Katalog dort abzuholen.

Gesagt – getan! Angekommen stehe ich – beileibe nicht allein – vor einem Stapel als „Leihexemplare“ deutlich gekennzeichneter  Kataloge. Auf meine Frage nach entsprechenden Mitnahmeexemplare erfolgt die höflich, freundliche aber lapidare Antwort: „Diese gibt es erst in 5 Tagen.“

Wie bitte? Nicht nur ich war verärgert. Auch die mit mir zeitgleich (von den vielen anderen sicher vor und nach mir aus demselben Grund dort angereisten Interessenten ganz zu schweigen) vergeblich vorstellig gewordenen Katalog-Vorfreuler.

Meine ganz persönliche Konsequenz aus diesem Erlebnis: kein Frühstück! Keine noch so kleine Kleinigkeit eingekauft!

So! Das hat Ikea jetzt davon!

🙂

Elektrofahrrad, E-Fahrrad, E-Rad,E-Bike …. in weiser, weil alter, Hand? Mitnichten!

20 Jul

Wie kann das sein?

Aus Seitenstraßen, Grundstücksaus- und einfahrten, Schrebergärten, Parkplätzen, von Fahrradwegen  usw. usw. rasen und sausen  unvermittelt und ohne evtl. anderen Mitmenschen (ob motorisiert oder nicht) auch nur einen einzigen Blick – noch nicht einmal aus dem Augenwinkel – zu widmen … aus eben diesen beschriebenen möglichen Fahrwegen rasen … na? … genau: Senioren auf Fahrrädern, welche mit Elektromotor angetrieben werden.

Klar, einen solchen Geschwindigkeitsrausch haben wahrscheinlich viele von ihnen lange nicht mehr erlebt. Also juckt es in den – bisher geschonten – Gliedmaßen und man möchte mal wieder richtig Gas geben.

Ich, selbst nicht mehr jung, kann es nicht fassen: hat die Leute beim Verkauf dieser lebensgefährlichen Fahrzeuge eigentlich niemand darauf hingewiesen, dass die Räder auch Bremsen haben? Dass  man nicht automatisch -wie früher den Mercedesfahrern nachgesagt – eine Vorfahrt eingebaut hat? Dass Altersstarrsinn gepaart mit der Möglichkeit des Geschwindigkeitsrausches eines E-Bikes zur Freude bei der rentenzahlenden Stelle führen kann?  Die Entwickler dieser Fahrzeuge werden doch wohl nicht etwa einen „deal“ mit … Nein! Soweit kann und will ich nicht gehen!

Wer, frage ich mich, wer hat denn eigentlich eine sogenannte „Aufklärungspflicht“ vor Nutzung der E-Räder? Und: wäre es nicht sinnvoll, vor Inbetriebnahme eines solchen Fahrzeuges einen sogenannten „Reife- und Verständnisbeweis“ zu verlangen?  Nicht nur wegen Kleinkindern, die umgefahren werden könnten. Auch gleichaltrige Senioren, zu Fuß sich fortbewegende (mit oder ohne Rollator), gilt es zu schonen. Ich kann keinesfalls gutheißen, dass ein Senior den anderen krankenhausreif fährt und dass nur, weil der Fußgänger-Senior sich kein E-Bike leisten kann.

Ja, sicher. Auch Fahrradfahrer ohne elektrische  Unterstützung können rücksichtslos und – man kann es hin und wieder vermuten – mit suicidaler Tendenz am Straßenverkehr teilnehmen.  Aber sooooo geht es nicht! Selbst nicht unter dem Aspekt, dass aufgrund geringerer Restlebenszeit der älteren  Fahrer- und -innen vielleicht der Leichtsinn die Oberhand gewinnt und unter dem bei Jugendlichen bekannten Motto  „YOLO“ (you only live once … bzw. … du lebst nur einmal) die Gäule mit den älteren Herrschaften durchgehen.

Also bitte, Verkehrsteilnehmer mit elektrisch angetriebenem Drahtesel unter dem Gesäß: Ein wenig mehr Nachdenken und entsprechendes rücksichtsvolles Handeln fände ich dankenswert. Auch – und nicht zuletzt – wegen der rentenzahlenden Stellen, die sich sonst vielleicht – im einen oder anderen Falle – viel zu früh freuen.

🙂

 

„Erste Erfahrung“ oder „Ein Paar Schuhe zuviel bzw. zuwenig“

9 Jun

Beginnend mit positiver Erfahrung kann ich auf  mehr als 1.300 Transaktionen zurückblicken, mit denen ich ge- und verkauft habe, nutzend eine der „größten deutschen Shopping-Seiten“ im Internet.  Nicht ganz so oft habe ich andere Anbieter genutzt.  Bei allen Transaktionen habe ich nur gute Erfahrungen machen können. Niemand hat mich betrogen, alle Zahlungen gingen zuverlässig ein, die von mir gekauften Waren erreichten mich im versprochenen Zustand und nach der angekündigten Lieferzeit.

Gut. Statistisch gesehen war dann wohl eine üble Erfahrung eigentlich unausweichlich.

Ich wollte einer mir nahestehenden verwandten jungen Dame eine Freude in der Art bereiten, dass ich mich  auf die Suche nach einem ganz bestimmten Paar Schuhe machte, bei kleiderkreisel fündig wurde (meine erste Aktion bei diesem Anbieter). Die Verkäuferin hatte mehr als 10 positive Bewertungen und so warf ich meine Skepsis über Bord (schließlich sollte das Objekt der Begierde fast 100,– Euro kosten), bestätigte den Kauf, erhielt die Zusage, überwies den vereinbarten Betrag und bat um kurze Benachrichtigung, wenn der Betrag auf dem Empfängerinnenkonto eingegangen sei und um Mitteilung der Sendungsnummer des Paketes.

Und dann? Tja, es kam, wie es – statistisch – wohl nicht anders kommen sollte: von diesem Tag an erreichten  mich weder eine mail der Verkäuferin  noch die gekauften Schuhe.  Auch mein Geld blieb – wie nicht anders zu erwarten – bei der Verkäuferin.  Die junge Frau, welche die Schuhe angeboten hatte, wurde nicht wieder bei kleiderkreisel gelesen.

Nachdem ich – unverdrossen an das Gute im Menschen aufgrund meiner bisherigen mehr als tausendfachen Erfahrung glaubend – 10 mails an die Verkäuferin schrieb, entschied ich mich kleiderkreisel zu informieren und die junge Frau zu melden, die  gerne mein Geld genommen hat, aber die Schuhe  nicht hergeben wollte.  Kleiderkreisel versuchte – ebenfalls vergeblich – die, für mich nun eindeutig als Betrügerin identifizierte Person – zu erreichen.

Nun werde ich dann wohl den Weg der juristischen Hilfe suchen in der Art, dass ich gegen die Verkäuferin Anzeige erstatte. Schade, dass dies nötig wird. Ich hätte meinen so positiven mehreren hundert Erfahrungen des Ver- und Ankaufes per internet gerne eine weitere hinzugefügt.  Aber wahrscheinlich war das blauäugig und zu viel verlangt … 🙂

Besonders bedauerlich finde ich, dass ich nun das  erhoffte Geschenk nicht machen kann und ich wünsche der Anbieterin  der Schuhe, dass sie  damit umknicken mag und beim Auskurieren des dreifachen Gelenkbruches Ruhe und Muße findet, über sich, die Welt, das Aneignen fremden Geldes auf betrügerische Weise nachzudenken. Denken?  Nun aber mal langsam! Die Anbieterin der Schuhe wäre doch wohl  mit den wenigen, ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Großhirnrinde dazu  nicht in der Lage. Obwohl … die kriminelle Energie für die betrügerische Transaktion hat sie ja auch aufgebracht … 🙂 … Also: ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie vielleicht geläutert für die nächsten Monate durch die Gegend humpelt  und sie vielleicht eine Erleuchtung in der Art erfährt, dass für Geld auch Ware gegeben werden muss.  Ach, Unsinn!  Was maße ich mir denn da wieder einmal an? Das schafft sie nicht. Das ist intellektuell viel zu anspruchsvoll…. 🙂

Und ich? Ich freue mich auf meine nächsten guten und positiven Erfahrungen bei Kauf- und Verkaufsaktionen in den Weiten des www.

Übrigens: für fast 100 Euro hätte ich eigentlich noch viel boshafter schreiben können. Vielleicht füge ich bei Gelegenheit die Gedanken an, die ich jetzt noch für mich behalte … 🙂

Lucio Dalla

4 Mrz

Bereits vor einigen Jahrzehnten, bei meinen ersten Reisen nach Italien und Aufenthalten dort,  infizierte ich mich damit, was wohl als „italophil“ bezeichnet wird.  Daran nicht unschuldig waren  Musiker wie Lucio Dalla, der heute seinen 70. Geburtstag feiern würde.

Aus diesem Anlass habe ich seine Langspielplatten herausgesucht und genieße diesen in seinen Anfängen umstrittenen Künstler, der   später und bis heute in Italien – und nicht nur dort – verehrt und bewundert wurde und wird.

Mit leisem knisterndem Hintergrundgeräusch höre ich  „Caruso“ … „Piazza Grande“ … „L’anno che verrà“ …  eccetera eccetera eccetera

Grazie mille, Signore Dalla … ma che cosa facciamo adesso?    🙂

Wacken

21 Jan

Es geht um Musik. Um laute Musik. Um Musik, die ohne ihre  Lautstärke nicht zu denken wäre. Genau gesagt geht es um  Metal-Musik. Und damit ich das nicht versehentlich vielleicht vergesse oder aber (was eher unwahrscheinlich ist) es nicht klar erkennbar wird, hier mein Geständnis: ich liebe Metal Musik.  Mein musikalisches Herz ist groß genug und bietet Platz nicht nur für Beethoven, Schubert, Willy de Ville, Tom Waits und  und und …

Seit 23 Jahren findet alljährlich im kleinen verträumten Dorf Wacken (bei dieser Gelegenheit empfehle ich gerne den sehenswerten Film „Full Metal Village“) das Musikfestival statt, welches Metal-Fans aus allen Erdteilen miteinander vereint.  Und nun in diesem Jahr 2013 soll  von einem  Bewohner  des Dorfes Klage erhoben worden sein  gegen das Festival, bzw. (wenn ich es recht verstanden habe) gegen die Lautstärke der Musik.  23 Jahre lang hat es offenbar niemanden gestört, dass einige Tage lang dieses kleine Örtchen für Metal-Fans der Nabel der Welt war und ist.  Das Festival mit seinen ca. 80.000 Besuchern wurde nicht nur toleriert, sondern gastfreundlich willkommen geheißen.

Gut, es ist unzweifelhaft, dass ich die Altersgrenze für eine Teilnahme am Festival überschritten habe (und das nicht, weil ich dort nicht mehr willkommen wäre, sondern weil meine altersbedingten Zipperlein ein zelten oder campen im wilden Umland einfach nicht mehr dulden … 🙂 …). Fakt ist, dass ich mich gerade sehr darüber aufrege, dass es immer irgendeinen Mitmenschen gibt, der anderen die Freude am Leben und die dazu gehörenden – auch akkustischen – Äußerungen nicht gönnt. Es sind 3 – in Worten: DREI – Tage von 365 im Jahr, an denen in Wacken gefeiert wird und sich viele zehntausende Menschen verstehen.  Bleiben noch 362  stille, metalfreie Tage.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne noch erwähnen, dass sich die Anwohner der  Museumsmeile in Bonn, wo gerne während der Sommermonate Künstler jeglichen Genres ihre Musik zum Besten  gaben, auch sehr gerne über den „Lärm“ beschwerten. Und dort waren auch sanfte und leise Rhythmen zu hören, aber wohl immer noch zu laut.

 

Hannelore Hoger liest „Und ich dachte, es sei Liebe“ – Abschiedsbriefe von Frauen – zusammengestellt von Sibylle Berg

9 Dez

Ich wurde gestern Abend unterhalten und mehr als das: ich wurde berührt. Durch die Worte der Abschiedsbriefschreiberinnen, die mich allerdings sicherlich nicht in dem Maße erreicht hätten, wie sie es taten durch die Lesung von Frau Hannelore Hoger.

Das weiß ich, weil ich im stillen Kämmerlein so ganz für mich alleine schon so manche veröffentlichten  Abschieds- und Liebesbriefe berühmter und ganz unberühmter Autorinnen und Autoren  gelesen habe.  Auch dann ging und geht mir manches Wort unter die Haut.  Hannelore Hoger hat hingegen den durch Sibylle Berg gesammelten Briefen und den darin formulierten zornigen, amüsierten, überlegenen, verletzten, verzweifelten, befreiten,  resignierenden und hoffenden Worten eine weitere Qualität gegeben.

Ich würde mich ein weiteres Mal durch die verschneiten und glatten Straßen zum Lesungsort bemühen … gerne.