Archiv | Juni, 2013

„Erste Erfahrung“ oder „Ein Paar Schuhe zuviel bzw. zuwenig“

9 Jun

Beginnend mit positiver Erfahrung kann ich auf  mehr als 1.300 Transaktionen zurückblicken, mit denen ich ge- und verkauft habe, nutzend eine der „größten deutschen Shopping-Seiten“ im Internet.  Nicht ganz so oft habe ich andere Anbieter genutzt.  Bei allen Transaktionen habe ich nur gute Erfahrungen machen können. Niemand hat mich betrogen, alle Zahlungen gingen zuverlässig ein, die von mir gekauften Waren erreichten mich im versprochenen Zustand und nach der angekündigten Lieferzeit.

Gut. Statistisch gesehen war dann wohl eine üble Erfahrung eigentlich unausweichlich.

Ich wollte einer mir nahestehenden verwandten jungen Dame eine Freude in der Art bereiten, dass ich mich  auf die Suche nach einem ganz bestimmten Paar Schuhe machte, bei kleiderkreisel fündig wurde (meine erste Aktion bei diesem Anbieter). Die Verkäuferin hatte mehr als 10 positive Bewertungen und so warf ich meine Skepsis über Bord (schließlich sollte das Objekt der Begierde fast 100,– Euro kosten), bestätigte den Kauf, erhielt die Zusage, überwies den vereinbarten Betrag und bat um kurze Benachrichtigung, wenn der Betrag auf dem Empfängerinnenkonto eingegangen sei und um Mitteilung der Sendungsnummer des Paketes.

Und dann? Tja, es kam, wie es – statistisch – wohl nicht anders kommen sollte: von diesem Tag an erreichten  mich weder eine mail der Verkäuferin  noch die gekauften Schuhe.  Auch mein Geld blieb – wie nicht anders zu erwarten – bei der Verkäuferin.  Die junge Frau, welche die Schuhe angeboten hatte, wurde nicht wieder bei kleiderkreisel gelesen.

Nachdem ich – unverdrossen an das Gute im Menschen aufgrund meiner bisherigen mehr als tausendfachen Erfahrung glaubend – 10 mails an die Verkäuferin schrieb, entschied ich mich kleiderkreisel zu informieren und die junge Frau zu melden, die  gerne mein Geld genommen hat, aber die Schuhe  nicht hergeben wollte.  Kleiderkreisel versuchte – ebenfalls vergeblich – die, für mich nun eindeutig als Betrügerin identifizierte Person – zu erreichen.

Nun werde ich dann wohl den Weg der juristischen Hilfe suchen in der Art, dass ich gegen die Verkäuferin Anzeige erstatte. Schade, dass dies nötig wird. Ich hätte meinen so positiven mehreren hundert Erfahrungen des Ver- und Ankaufes per internet gerne eine weitere hinzugefügt.  Aber wahrscheinlich war das blauäugig und zu viel verlangt … 🙂

Besonders bedauerlich finde ich, dass ich nun das  erhoffte Geschenk nicht machen kann und ich wünsche der Anbieterin  der Schuhe, dass sie  damit umknicken mag und beim Auskurieren des dreifachen Gelenkbruches Ruhe und Muße findet, über sich, die Welt, das Aneignen fremden Geldes auf betrügerische Weise nachzudenken. Denken?  Nun aber mal langsam! Die Anbieterin der Schuhe wäre doch wohl  mit den wenigen, ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Großhirnrinde dazu  nicht in der Lage. Obwohl … die kriminelle Energie für die betrügerische Transaktion hat sie ja auch aufgebracht … 🙂 … Also: ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie vielleicht geläutert für die nächsten Monate durch die Gegend humpelt  und sie vielleicht eine Erleuchtung in der Art erfährt, dass für Geld auch Ware gegeben werden muss.  Ach, Unsinn!  Was maße ich mir denn da wieder einmal an? Das schafft sie nicht. Das ist intellektuell viel zu anspruchsvoll…. 🙂

Und ich? Ich freue mich auf meine nächsten guten und positiven Erfahrungen bei Kauf- und Verkaufsaktionen in den Weiten des www.

Übrigens: für fast 100 Euro hätte ich eigentlich noch viel boshafter schreiben können. Vielleicht füge ich bei Gelegenheit die Gedanken an, die ich jetzt noch für mich behalte … 🙂