Laienhafte Ahnungslosigkeiten zu Beobachtungen während der Fußball-EM 2012

18 Jun

Sollte ich eine Bezeichnung für mich und meine Beziehung zu Fußball finden, so würde ich mich „Fußball-Teilzeit-Faszinierte“ nennen.

Mir alle Bundesligaspiele während der Saison anzuschauen, käme mir nicht in den Sinn.

Länderspiele hingegen oder Meisterschaftsspiele ziehen mich seit einigen Jahrzehnten in ihren Bann.

Was ich – als Ahnungslose, was Fußballhistorie betrifft – erwarte von einem solchen Spiel ist, dass ich unterhalten werde. Durch sportliche Leistungen  gepaart mit taktischer Raffinesse, Können am und mit dem Ball, Ideenreichtum in der Ausführung,  die Kombination von Teamgeist mit individueller Genialität derer, die dazu die Fähigkeit besitzen.

Und ich erwarte ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung zu Bezahlung.

Ja, natürlich. Da spätestens fangen meine Erwartungen an blauäugig zu werden.

Ich war immer der Meinung, dass Menschen, die sich in ihrem Berufsleben mit nichts anderem beschäftigen dürfen, als mit dem Fußball, an eben diesem ihrem Handwerkszeug eine grundsolide Ausbildung und im Idealfall sogar mehr als Geschicklichkeit entwickeln. Dafür werden die Spieler teilweise mit Gehältern bedacht, dass jemand wie ich sich fragt, ob die Relation gerechtfertigt ist. Besser fange ich gar nicht erst an darüber nachzudenken, was ein Neurochirurg z.B. für die Rettung eines Körperteils oder sogar eines Lebens bekommt. Zurück zum Thema.

Bei Länderspielen, wie jetzt auch bei der laufenden Europameisterschaft,  sehe ich z.B. bei der deutschen Mannschaft Herrn Özil als Teil des Teams und denke voller Vergnügen an die vergangene Weltmeisterschaft, als er brillant, leichtfüßig und geschickt sich in Szene zu setzen wußte.

Belohnt wurde diese Leistung während der WM durch einen millionenschweren Vertrag bei einem Prestige-Verein in Spanien.

Sehe ich ihn bei der Europameisterschaft (ich betone: ich, als Fußball-Laie, der aber durchaus erkennt, ob jemand sich einbringt mit den ihm zur Verfügung stehenden sportlichen Möglichkeiten), dann kommt mir unweigerlich der Gedanke: hat er Befürchtungen, sich während eines Spieles mit der deutschen Nationalmannschaft Schaden zuzufügen und daraufhin für den spanischen Verein, der ihn ja fürstlich honoriert und daher wohl auch einen entsprechenden Gegenwert in unverletzter sportlicher Leistung von ihm erwartet, enttäuschen zu können? In Ungnade zu fallen beim spanischen Publikum?

Darüber kann ich – wie viele im Gegensatz zu mir kompetente Zuschauer – nur spekulieren.

Teil der deutschen Fußballnationalmannschaft zu sein heißt auch, sich zu engagieren und Leistung während des  Spiels zu zeigen. Sich einzubringen entsprechend der eigenen Fähigkeiten? Gebietet das nicht schon allein der Teamgedanke?

Was werde ich als Zuschauer sehen, wenn Deutschland gegen Spanien spielen sollte? Was macht der Fußballer dann, wenn „ach, zwei Herzen in seiner Brust schlagen“? Das eine Herz, welches auf die Gehaltsabrechnungen schaut und das andere, welches ins Trikot der deutschen Nationalmannschaft gekleidet ist.

Nicht zu vergessen die Zeit, wenn die Leistung keine Hoch-Leistung mehr sein wird und kein internationaler Verein Millionen mehr bieten wird.  Rückkehr zu einem deutschen Bundesliga-Verein wird dann vielleicht eine Option sein.

Das alles wollte ich nur einmal geschrieben habe  … 🙂

Noch etwas: Wunderbar, dass Herr Podolski bei seinem 100. Länderspiel sich und uns mit einem Tor beschenkte. Danke dafür!

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