Archiv | April, 2012

Strawinsky’s „Le sacre du printemps“ mit 250 Kindern und den Berliner Philharmonikern – 2003

29 Apr

Wiederholte Faszination gleicher Intensität? Und dann auch noch erlebt mit einem Fernsehbeitrag? Unmöglich? Mitnichten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich mit großer Begeisterung die preisgekrönte Musikdokumentation im Fernsehen verfolgt.

„Im Januar 2003.  In der Arena der Berliner Omnibus-Remise jubeln die Zuschauer über das Education-Projekt von Chefdirigent Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern: 250 Kinder und Jugendliche aus 25 Nationen tanzen Strawinskys „Le sacre du printemps“. Drei Monate beobachteten die Filmemacher drei der Schüler bei ihren Proben bis zu ihrem großen Auftritt.“

Zugegebenermaßen habe ich mich mit Strawinsky immer ein wenig schwer getan (andere klassische Komponisten schmiegen sicher leichter in meine Gehörgänge … 🙂 …).  Nachdem ich heute eine Wiederholung dieses musikalischen Experimentes – dieses gelungenen musikalischen Experimentes! – erlebt habe, weiß ich auch jetzt noch nicht, ob es die unglaubliche Präsenz und Genialität von Sir Simon Rattle ist, die mir den Zugang zu „Le sacre du printemps“ plötzlich so leicht macht, oder das mitreißende, sich stetig steigernde  Engagement und Interesse der porträtierten Schüler.

Wieder habe ich mich dabei erwischt, dass ich beim Zuhören das Atmen vergaß … mehr kann Musik wohl kaum fesseln… 🙂

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Klaus Hoffmann … Konzertübertragung 3sat am 14.4.2012

15 Apr

Eigentlich wollte ich – bedingt durch Frühjahrsmüdigkeitsattacken – schlafen gehen. Aber dann dachte ich mir: ach, schau mal, was 3sat und arte zu bieten haben an einem Samstagabend. Die anderen TV-Sender gilt es getrost zu vernachlässigen, da die dortigen „Unterhaltungsangebote“ nicht einmal ansatzweise zu meiner Unterhaltung – zu einer Informationsvermehrung erst recht nicht  – beitragen.

Und dann passierte es: Ich sah in das Gesicht des jungen Ludwig van Beethoven! Er stand auf einer dunklen Bühne, eine Gitarre in der Hand. Beim zweiten Blick erkannte ich Klaus Hoffmann, den von mir so geschätzten und für sein Konzert mit Jaques Brel-Interpretationen verehrten  Künstler.

Da ich in Beethovens Geburtsstadt lebe (und dieselbe liebe), kann ich mir ein Urteil über die frappierende Ähnlichkeit Klaus‘ mit Ludwig erlauben. Schließlich begegnet mir van Beethovens Konterfei auf Schritt und Tritt täglich und in allen möglichen Auführungen: aus Beton gegossen, aus Stein gemeißelt, in Miniatur aus Metall gegossen, in Marzipan zum Abbeißen usw. usw. … 🙂

Damit das unmissverständlich klar ist: diese äußere Ähnlichkeit würde ich an Klaus Hoffmanns Stelle durchaus als Kompliment sehen.

Er umgab sich bei diesem Konzert (es handelte  sich um ein Konzert aus Anlass seines 60. Geburtstages aus dem Jahre 2011, aufgezeichnet am 27.3.2011 in Berlin) mit Freunden.  Die da waren:  Herman van Veen mit Edith Leerkes, Hannes Wader, Reinhard Mey, Lydie Auvray, Romy Haag, der Jazzmusiker Rolf Kühn und Caroline von Brünken.

Und so hatte ich letzte Nacht ein Déjà-vu und fand mich erinnerungsmäßig, um einige Jahre jünger,  in verschiedene Konzerte versetzt, die ich live miterlebt hatte: Herman van Veen … Hannes Vader … Reinhard Mey … und natürlich Klaus Hoffmann. Hatte ich noch Minuten zuvor   die altmännerhaften Sentimentalitätsbekundungen Hoffmanns  – mit missbilligendem Stirnrunzeln gepaart mit einem verständnisvollem und wohlwollenden Lächeln – wahr genommen, fand ich mich selbst seufzend schwelgend in Erinnerungen wieder! Wie war das noch: wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen? … 🙂

Aber nicht genug! Längst nicht genug! Als eine der Zugaben erklang – „Schenk mir diese Nacht“ (Mey und Hoffmann) – hatte ich die erste Ganzkörpergänsehaut meines Lebens. Bestimmt altersbedingt! … 😉

Ich verkneife mir aus den bekannten urheberrechtlichen Gründen jetzt und hier das Verweisen auf einen link. Aber ich bin sicher: jeder weiß, wo und wie er „Schenk mir diese Nacht“ oder einen Mitschnitt des Konzertes (zum Abgleich meiner behaupteten Ähnlichkeit zwischen dem großen, alten, toten Komponisten und dem großen, (gottseidank) lebenden Komponisten, Dichter und Schauspieler Hoffmann, finden kann!

Die Langspielplatten von Klaus Hoffmann habe ich heute wieder einmal hervorgeholt und bin dankbar für die, wenn auch zufällige, Begegnung gestern Nacht. Völlig unsentimental selbstverständlich … 😉

Noch eine Empfehlung: Klaus Hoffmann in „Die neuen Leiden des jungen W.“ … schon ein paar Jahre her, aber immer noch tief beeindruckend und sehenswert.