Weibliche Schönheit – gestern und heute

27 Feb

Elizabeth Taylor … sie hätte in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert.  Lange Zeit galt sie als die „schönste Frau der Welt“.  Schaut man sich ihre Fotos und auch Filme an, wird sofort offensichtlich, wie richtig diese Einschätzung war.

In ihrer  Zeit, als sich noch nicht jeder mittelmäßig aussehende „Trampel“ unter das chirurgische Messer legen konnte, um zu dem zu werden, was dann in den Medien als „Schönheit“ gefeiert wird, fiel diese von der Natur so verschwenderisch mit veilchenblauen Augen, samtiger Haut, perfekten Proportionen in Gesicht und am Körper beschenkte Frau umso mehr auf.

Ja, ich gebe zu: ich habe tatsächlich zum ersten Mal in der vergangenen Woche „Germanys next Top Model“ geschaut. Zum ersten und zum letzten Mal. Ich wollte mir aufgrund der vielen Äußerungen in der Presse und auch in meinem Umfeld, sowohl in negativer wie auch positiver Richtung,  ein eigenes Bild machen von diesem „Erfolgsmodell“ einer Castingshow.

Da sah ich dann also durchaus hübsche  junge Frauen, die von der Jury auch als solche beurteilt wurden. Aber ich sah auch unter anderem eine Frau mit einer Nase, die einem Geierschnabel erfolgreich Konkurrenz machen könnte und in ihrem Gesicht bezüglich der Überdimensionierung nur noch mit dem riesengroßen Mund mithalten konnte (früher sagte man dazu: die könnte die Bananen quer (fr-)essen). Als Ausgleich dazu waren die Augen eher kleine Gucklöcher.

Und wie äußerte sich die Drei-Faltigkeit der Beurteilenden? „Du hast so ein unglaublich schönes Gesicht!“ … und sie gerieten in Verzückung. Und diese Schönheit wurde natürlich in die nächste Sendung mitgenommen. Wohingegen andere – mit weniger „hervorstechenden“ Riechorganen – nach Hause gehen mussten. Seltsam, bei der Nase darf es etwas mehr sein, an den Oberschenkeln anscheinend nicht, sonst hätte man die erfrischende Kandidatin sicher positiv beurteilt.

Tja … so ist das wohl mit dem subjekten Empfinden. Oder doch nicht? Gelten vielleicht mittlerweile andere Kriterien bei der Schönheit? Nicht mehr die eher klassichen Vorgaben? Ist es den Machern dieser und anderer Sendungen nicht vielmehr wichtiger, dass sich jedes schmalbrüstige, dicknasige,  grobporige, breitmaulige, kurzhalsige Mädelchen mit eben diesen „Vorbildern“ identifizieren können soll? Getreu dem Grundsatz: „Siehst du, die sieht mir ähnlich und wird dafür bewundert und ist erfolgreich.“

Na klasse … hebe ich doch einfach meine Teetasse auf die Mittelmäßigkeit und auf die Gleichmacherei. Heute Abend trinke ich ein Glas Champagner auf Elizabeth Taylor … neidfrei und voller Bewunderung.    🙂

Advertisements

Eine Antwort to “Weibliche Schönheit – gestern und heute”

  1. queenveevee Februar 28, 2012 um 9:01 am #

    Besser hätte ich’s nicht sagen können – sehr treffend!! 🙂 Agree!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: